Společnost sester Ježíšových

Gemeinschaft der Schwestern Jesu

„Ihr aber gehört Christus“

Geistliche Berufung

Gottgeweihtes Leben

DIGITAL CAMERAIm Grunde genommen ist es nichts Kompliziertes, wie wir es uns ab und zu vorstellen. Gott „lädt den Menschen eines Tages ein“ zum Leben nach den evangelischen Räten, zur radikalen Nachfolge Christi. Das Wörterbuch definiert den Ausdruck radikal als etwas, was von Grund auf, schnell und energisch durchgeführt wird. Das bedeutet, auf diese Art und Weise Christus nachzufolgen. Diese Einladung geschieht in der Regel nicht irgendwie außergewöhnlich, sondern ganz natürlich. Den einen spricht z.B. jemand in dieser Richtung an, ein anderer spürt selber, dass er für Gott, seinen Schöpfer und Erlöser, dem er alles Gute und Schöne des Lebens verdankt, etwas mehr tun sollte!

Wenn ein solcher Mensch bereit ist, diese Einladung zur Nachfolge Christi anzunehmen, wenn er großzügig, mutig ist und bestimmte Voraussetzungen für die Berufung hat, entscheidet er sich für den Eintritt entweder ins Seminar oder in ein Institut des geweihten Lebens (z.B. eine Ordensgemeinschaft). Dort zeigt sich erst im Laufe der Probezeit (in den Ordensgemeinschaften nennt man diese Zeit Noviziat), ob ihm diese Lebensweise entspricht und ob sie für ihn ist, einfach ausgedrückt, ob er darin glücklich wird. Wenn ja, begibt er sich in das Abenteuer mit Gott: Er verzichtet auf vieles, verlässt seine bisherige Lebensweise und beginnt sich darauf vorzubereiten, wie er alle seine Kräfte und Fähigkeiten für die Ausbreitung des Reiches Gottes ausnützen kann. Er wird ein Apostel, ein Zeuge Christi und nimmt mit seiner ganzen Ausrichtung an dessen Verkündigungstätigkeit teil. Er hat seine Lebenssendung entdeckt. Er lebt für Gott und mit ihm. Der Berufene distanziert sich nicht von den Menschen. Er kommt bei seinem Dienst ständig mit ihnen in Kontakt und vermittelt ihnen dadurch Gott. Durch jeden Berufenen wird Christus auf dieser Welt neu sichtbar und hörbar.

Seele der Kirche

Geistliche Berufungen sind für das Leben und Aufblühen der Kirche – das Reich Gottes – ein kostbares und unersetzliches Geschenk. Papst Johannes Paul II. selber nannte sie die Seele der Kirche. Ohne sie könnte die Kirche nicht gut existieren. Es würden diejenigen fehlen, die den Menschen das Wort Gottes weitergeben und durch deren Erwählung Gott in den Sakramenten zu ihnen kommt. Es würden diejenigen fehlen, die durch ihr Leben auf die höheren und die ewigen Werte hinweisen. Es würde das Beispiel einer uneigennützigen, mitreißenden Liebe fehlen, die in ihrem Dienst an den anderen bis zum Äußersten geht.

Gnade Gottes

Die geistliche Berufung ist eine große Gnade Gottes, deshalb ist es notwendig, im Gebet darum zu bitten. Nur auf diese Weise, durch die Dankbarkeit und die Bitte um sie, zeigen wir Gott, dass wir seine Gnaden hochschätzen und uns danach sehnen. Das Bemühen um neue Berufungen für die Kirche ist eine Angelegenheit aller. Jeder kann und soll durch Gebet und Opfer zu deren Entfaltung beitragen.